BETRIEBSHÖFE

Für das Bochumer Netz standen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG im Bochumer Stadtgebiet insgesamt sechs Betriebshöfe und zwei Baulager zur Verfügung: die Betriebshöfe Voedestraße (Bild oben – Siemens Historical Institute, 1898), Weitmar, Altenbochum, Wiemelhausen, Gerthe und Engelsburg, ein Baulager in direkter Nachbarschaft zum späteren Bochumer Schlachthof in Bochum-Hamme sowie ein weiteres Baulager parallel zum Zechenbahngleis der Schachtanlage „Hannibal“ an der Grenze zwischen Hamme und Eickel.

Nicht berücksichtigt sind hier die zum 1. Januar 1938 von der Westfälischen Straßenbahn GmbH übernommenen, nicht auf dem heutigen Bochumer Stadtgebiet liegenden Betriebshöfe am Crengeldanz in Witten und an der Provinzialstraße in Lütgendortmund.

VOEDESTRASSE – WEITMAR – ALTENBOCHUM

Der 1894 als erster Standort Straßenbahn in Bochum eröffnete Betriebshof in der Voedestraße war wie die Betriebshöfe in Weitmar (eröffnet 1901) und Altenbochum (eröffnet 1902) bis zur Inbetriebnahme des neuen Zentralbetriebshofe in Wiemelhausen am 3. April 1928 in Betrieb.

Vom Betriebshof Voedestraße wurden insbesondere die Straßenbahnzüge für die Linien nach Herne und Wanne eingesetzt.

Der Betriebshof Weitmar war für die Linien nach Hattingen und Dahlhausen zuständig.

Der Betriebshof in Altenbochum stellte die Straßenbahnzüge für die Linien nach Laer, Werne und Witten sowie Eppendorf und Höntrop.

Ab 1928 wurden alle Fahrzeuge für die Bochumer Straßenbahnlinien vom neu eröffneten Betriebshof an der Wiemelhauser Straße aus eingesetzt.

Die Wagenhallen des Betriebshofes Altenbochum wurden von 1928 bis Anfang der 1970er-Jahre als Omnibus-Betriebshof und bis 1958/59 auch als Omnibuswerkstatt genutzt. Letztere zog in die ehemalige Omnibusfertigung der Firma Emil H. von Lienen GmbH an der Wittener Straße 100, deren Gebäude und technische Einrichtungen die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG 1957 übernommen hatte.

Der Betriebshof Weitmar wurde von 1928 bis 1961 vorrangig als Straßenbahn-Hauptwerkstatt genutzt. Nach der Verlegung der Straßenbahn-Hauptwerkstatt in den Betriebshof Bochum-Gerthe wurde der Betriebshof Weitmar vermietet. Er verblieb aber im Eigentum der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. Anfang der 1970er-Jahre wurden die alten Gebäude abgebrochen. Auf der freigeräumten Fläche entstand ein moderner Omnibusbetriebshof. Er wurde am 26. März 1976 eröffnet und nahm später auch die Omnibuswerkstatt auf.

Das Gelände des Betriebshofes an der Voedestraße wurde verkauft. An der Stelle der Betriebseinrichtungen der Straßenbahn befindet sich heute die weitläufige Grünanlage vor dem Deutschen Bergbau-Museum.

  • In der Wagenhalle Voedestraße stehen 1898 die gerade neu beschafften Sommer-Winter-Beiwagen.
    Siemens Historical Institute

BETRIEBSHOF WIEMELHAUSEN

Am 3. April 1928 eröffnete die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG nach drei Jahren Bauzeit an der Strecke nach Stiepel eine neue Hauptverwaltung und einen neuen Betriebshof an der Wiemelhauser Straße (heute Universitätsstraße 51).

Die Wagenhalle bot Platz für rund 200 Fahrzeuge. Damit konnten die Betriebshöfe in der Voedestraße und in Altenbochum konnte aufgegeben werden. Zugleich konnte die Verwaltung, die seit dem 1. April 1911 gemeinsam mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) im Essener RWE-Gebäude residierte, ihren Sitz wieder nach Bochum verlegen.

Der Betriebshof in Wiemelhausen blieb bis zur Eröffnung der Zentralbetriebshofes Engelsburg in Betrieb. Die Verwaltung der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG behielt den stadtnahen Standort bei. Die große Wagenhalle wurde zugunsten einer neuen Wohnbebauung abgetragen.

  • Diese stark retuschierte Postkarte entstand 1929 nach der Eröffnung des Betriebshofes.
    Heiko-Verlag - Sammlung Dirk Ernesti

BETRIEBSHOF GERTHE

Mit der Übernahme der Westfälischen Straßenbahnen GmbH zum 1. Januar 1938 übernahm die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG deren Betriebshöfe in Gerthe, Witten, Lütgendortmund und Eickel. Für den Nahverkehr in Bochum hatte vor allem der 1908 als Betriebsmittelpunkt der Kleinbahn Bochum – Gerthe – Castrop eröffnete, große Betriebshof in Gerthe Bedeutung.

Er nahm 1961 mit der Schließung des Betriebshofes in Weitmar die Hauptwerkstatt der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG auf und war in dieser Funktion bis zur Eröffnung der Werkstatt Engelsburg neben den Betriebshöfen in Wiemelhausen und Gelsenkirchen das wichtigste Standbein des Betriebes.

 Mit der Inbetriebsnahme des neuen Zentralbetriebshofes Engelsburg wurde die Hauptwerkstatt Gerthe 2005 aufgegeben.

U-BAHN-BETRIEBSHOF RIEMKE

Für den U-Bahn-Betrieb entstand ab November 1984 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche „Constantin der Große II/IIa“ in Bochum-Riemke eine Stadtbahn-Betriebswerkstatt sowie eine weitläufige Freianlage zur Aufstellung der Fahrzeuge. Der erste U-Bahn-Wagen traf hier am 20. Oktober 1988 ein.

BETRIEBSHOF ENGELSBURG

Heute ist der Betriebshof Engelsburg auf dem Gelände der gleichnamigen ehemaligen Schachtanlage Engelsburg der Betriebsmittelpunkt für den Bochumer Nahverkehr. Er wurde nach einer aufwändigen Altlasten-Sanierung und mehrjähriger Bauzeit 2005 eröffnet.