BETRIEBSHÖFE

Für das Gelsenkirchener Netz standen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG über die Jahre insgesamt sechs Betriebshöfe und zwei Baulager zur Verfügung: die Betriebshöfe Voedestraße, Weitmar, Altenbochum, Wiemelhausen, Gerthe und Engelsburg sowie ein Baulager in direkter Nachbarschaft zum zweiten Bochumer Schlachthof in Bochum-Hamme und parallel zum Zechenbahngleis der Schachtanlage „Hannibal“ an der Grenze zwischen Hamme und Eickel.

Nicht berücksichtigt sind hier die zum 1. Januar 1938 von der Westfälischen Straßenbahn GmbH übernommenen, nicht auf dem heutigen Bochumer Stadtgebiet liegenden Betriebshöfe am Crengeldanz in Wittener und in Lütgendortmund.

VOEDESTRASSE – WEITMAR – ALTENBOCHUM

Der 1894 als erster Standort Straßenbahn in Bochum eröffnete Betriebshof in der Voedestraße war wie die Betriebshöfe in Weitmar (eröffnet 1901) und Altenbochum (eröffnet 1902) bis zur Inbetriebnahme des neuen Zentralbetriebshofe in Wiemelhausen am 3. April 1928 in Betrieb.

Während der Betriebshof fortan bis 1961 als Hauptwerkstatt genutzt wurde und Altenbochum den Omnibusbetrieb mit seinen Werkstätten aufnahm, wurde das Gelände an der Voedestraße verkauft.

An der Stelle der Betriebseinrichtungen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG befindet sich heute unter einer weitläufigen Grünanlage ein Teil des Schaubergwerkes des Deutschen Bergbau-Museums.

BETRIEBSHOF WIEMELHAUSEN

Am 3. April 1928 eröffnete die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG nach drei Jahren Bauzeit an der Strecke nach Stiepel eine neue Hauptverwaltung und einen neuen Betriebshof an der Wiemelhauser Straße (heute Universitätsstraße 51).

Die Wagenhalle bot Platz für rund 200 Fahrzeuge. Damit konnten die Betriebshöfe in der Voedestraße und in Altenbochum konnte aufgegeben werden. Zugleich konnte die Verwaltung, die seit dem 1. April 1911 gemeinsam mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) im Essener RWE-Gebäude residierte, ihren Sitz wieder nach Bochum verlegen.

Der Betriebshof in Wiemelhausen blieb bis zur Eröffnung der Zentralbetriebshofes Engelsburg in Betrieb. Die Verwaltung der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG behielt den stadtnahen Standort bei. Die große Wagenhalle wurde zugunsten einer neuen Wohnbebauung abgetragen.

BETRIEBSHOF GERTHE

Mit der Übernahme der Westfälischen Straßenbahnen GmbH zum 1. Januar 1938 übernahm die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG deren Betriebshöfe in Gerthe, Witten, Lütgendortmund und Eickel. Für den Nahverkehr in Bochum hatte vor allem der 1908 als Betriebsmittelpunkt der Kleinbahn Bochum – Gerthe – Castrop eröffnete, große Betriebshof in Gerthe Bedeutung.

Er nahm 1961 mit der Schließung des Betriebshofes in Weitmar die Hauptwerkstatt der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG auf und war in dieser Funktion bis zur Eröffnung der Werkstatt Engelsburg neben den Betriebshöfen in Wiemelhausen und Gelsenkirchen das wichtigste Standbein des Betriebes.

 Mit der Inbetriebsnahme des neuen Zentralbetriebshofes Engelsburg wurde die Hauptwerkstatt Gerthe 2005 aufgegeben.

U-BAHN-BETRIEBSHOF RIEMKE

Für den U-Bahn-Betrieb entstand ab November 1984 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche „Constantin der Große II/IIa“ in Bochum-Riemke eine Stadtbahn-Betriebswerkstatt sowie eine weitläufige Freianlage zur Aufstellung der Fahrzeuge. Der erste U-Bahn-Wagen traf hier am 20. Oktober 1988 ein.

BETRIEBSHOF ENGELSBURG

Heute ist der Betriebshof Engelsburg auf dem Gelände der gleichnamigen ehemaligen Schachtanlage Engelsburg der Betriebsmittelpunkt für den Bochumer Nahverkehr. Er wurde nach einer aufwändigen Altlasten-Sanierung und mehrjähriger Bauzeit 2005 eröffnet.