NACH EPPENDORF

Nach der Ablehnung der Initiative der Stadtverordneten durch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, eine Straßenbahnstrecke von Bochum über Höntrop nach Steele zu bauen, hatte der Ausbau des Bochumer Nahverkehrsnetzes über die Kanonenwerkstatt hinaus in die Gemeinden Höntrop, Eppendorf und Dahlhausen keine Priorität.

Das änderte sich mit dem Ausbau der westlich der Kanonwerkstatt liegenden Zeche Engelsburg und dem damit verbundenen Bedarf an Arbeitskräften.

Um 1910 war das Bedürfnis nach einer leistungsfähigen Verkehrsverbindung so stark, dass die zum Landkreis Bochum gehörende Gemeinde Eppendorf eine Straßenbahnverbindung von der Kanonwerkstatt zur Zeche Engelsburg und von dort bis nach Eppendorf und Oberdahlhausen forderte.Am 25. Juli 1913 wurde die 4,3 Kilometer lange Strecke bis Eppendorf eröffnet. Wenige Tage später, am 4. August 1913, waren auch weitere 200 Meter Streckenverlängerung nach Oberdahlhausen einsatzbereit.

Eine erste Ausweiche befand sich in Höhe der Zeche Engelsburg. Von dort aus verlief das Gleis auf der rechten Straßenseite zunächst über die Eisenbrücke und dann zwischen den Feldern bis zum Dorfkern in Eppendorf. Die Straßenbahn nutzte die lokalen Gegebenheiten zur Anlage einer zweiten Ausweise, in dem sie das 1867 auf einem Rondell errichtete Eppendorfer Kriegerdenkmal beidseitig umfuhr. Eine weitere Ausweiche befand sich in der Ruhrstraße. Auch die Endstelle in Oberdahlhausen war als Ausweiche angelegt.

Der neue Streckenast wurde mit der Linie 4 Bochum – Witten zu einer neuen Linie 4 verbunden. Der Abschnitt von der Kanonenwerkstatt zur Engelsburger Straße wurde 1925 doppelgleisig ausgebaut.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ruhrstraße zwischen Eppendorf und Oberdahlhausen wurde in den 1960er-Jahren das Straßenbahngleis in die Straßenmitte gelegt. Auf dem Abschnitt von der Zeche Engelsburg nach Eppendorf behielt die Linie den Charakter einer Überlandbahn.Die Strecke nach Eppendorf und Oberdahlhausen war unter verschiedenen Linienbezeichnungen in Betrieb, die längste Zeit als Linie 20 zwischen Oberdahlhausen und Langendreer.

Am 30. Juni 1969 wurde der kurz zuvor noch teilweise ausgebaute Streckenabschnitt Laer – Werne – Langendreer stillgelegt und durch die Omnibuslinie 45 abgelöst. Die Eppendorfer Strecke wurde mit der Linie Bochum – Kirchharpen zu einer neuen Linie 16 verbunden. Am 17. November 1973 wurde die Linie Eppendorf- Kirchharpen endgültig eingestellt.