LUXEMBURGERSTRASSE

Nach dem Fahrplanwechsel am 21. Dezember 1913 fuhren die Linien 3 (Zeche Carl Friedrich – Bochum – Wanne) und 6 (Wiemelhausen, Wasserstraße – Bochum-Süd – Wanne) in Wiemelhausen sowie zwischen dem „Kortländer“ und Wanne im Parallelverkehr.

Die Endstelle in Wiemelhausen an der Ausweiche Wasserstraße erhielt schon bald die Bezeichnung „Luxemburgerstrasse“. Das 1915 aufgenommene Beitragsbild aus der BOGESTRA-Fotosammlung zeigt einen so ausgeschilderten Wagen der Linie 6 am Bahnhof Wanne.

Wo aber lag die Luxemburgerstrasse?

Soviel vorab: Auf zeitgenössischen Stadtplänen war die Straße nicht zu finden. Die heutige Luxemburger Straße liegt zwar in der Nähe. Sie wurde aber erst Anfang der 1960er-Jahre als Erschließungsstraße angelegt. Den klangvollen Namen trägt sie seit dem 10. Mai 1961.

AUSWEICHE WASSERSTRASSE

In Wiemelhausen gab es drei Ausweichen: in Höhe der Zeche Friederika, vor der Überführung der Anschlussbahn der Zeche Dannenbaum und an der Einmündung der Bruchstraße.

Die Ausweiche im Bereich des 1898 abgeteuften, jedoch 1909 bereits stillgelegten Schachtes I der Tiefbauzeche Friederika lag unmittelbar hinter der Kreuzung mit der Verbindungsbahn zwischen dem Bahnhof Bochum-Nord und dem Bahnhof Weitmar. Ausweichen gab es in Höhe der Zeche Friederika, vor der Überführung der Bahnstrecke Bochum-Nord – Weitmar und an der Einmündung der Bruchstraße.

Seit 1901 gehörte die Zeche Friederika zu der von Berhard Dernburg und Hugo Stinnes in Bochum gegründeten Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG (DL). Mit diesem Bezug erhielt eine unscheinbare Verbindungsstraße zwischen der ehemaligen Wiemelhauser- und der Steinstraße (seit 1929 Querenburger Straße) die Bezeichnung „Luxemburgerstrasse“. Sie zweigte südlich der Bochumer Bleiwerke (Steinstraße 36 – 40) von der Steinstraße ab.

So klein die Straße auch war: Das Zielschild „Luxemburgerstraße“ verlieh der Bochumer Straßenbahn den Weltläufigkeit und Glanz. „Bochum, Wasserstraße“ hätte wahrscheinlich einfach nicht gut genug geklungen.

NICHT MEHR ZU ERKENNEN

Heute ist die ehemalige Luxemburgerstrasse vollständig mit einem aus den Bochumer Bleiwerken hervorgegangenen Gewerbegebiet überbaut.

Und was wurde aus der Zeche Friederika?

Nach der Fusion mit der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) wurden aus den Bochumer Vermögensbestandteile der DL die GBAG Gruppe Bochum gebildet. Diese Zuordnung wurde nach der 1926 erfolgten Übertragung der GBAG Vermögenswerte auf die Vereinigte Stahlwerke AG beibehalten.

Die Übertageanlagen der Zeche Friederika wurden nach der Einstellung der Kohleförderung weitgehend abgerissen. Auf dem weitläufigen Gelände errichtete die GBAG ein neues Verwaltungsgebäude für die Gruppe Bochum. Zu diesem Ensemble gehörte ein repräsentativer Vorplatz. Die Zufahrt erfolgte von der Friederikastraße.f

QUERENBURGER STRASSE

Nach dem doppelgleisigen Ausbau der Straßenbahn in der Wiemelhauser Straße verschwand das Fahrtziel „Luxemburgerstrasse“. Die Nachfolge trat die Haltestelle „Querenburger Straße“ an. Sie wurde mit der Einstellung der Linie 5/15 aufgegeben und nach dem Neubau der Universitätsstraße nicht mehr ersetzt.

Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte und nur reduziert wiederaufgebaute GBAG-Verwaltungsgebäude wurde Anfang der 1970er-Jahre abgerissen. Zuletzt hatte es die im Aufbau befindliche Ruhr-Universität genutzt. An seiner Stelle entstanden mehrere moderne Verwaltungsgebäude und der „Friederika-Park“.