LUXEMBURGERSTRASSE

Auf dem Teilstück vom Bahnhof Bochum-Süd über die Clemens-, Otto- und Wiemelhauser Straße verkehrte die Linie 3 ab etwa 1915 im Parallelverkehr mit der vom neuen Bahnhof Wanne kommenden Linie 6. Deren Endstelle war die Ausweiche „Luxemburgerstrasse“ in Wiemelhausen.

Das Beitragsbild aus der BOGESTRA-Fotosammlung zeigt einen zur „Luxemburgerstraße“ ausgeschilderten Wagen der Linie 6 am Bahnhof Wanne.

Die Ausweiche Luxemburgerstrasse lag im Bereich des 1898 abgeteuften, jedoch 1909 bereits stillgelegten Schachtes I der Tiefbauzeche Friederika unmittelbar hinter der Kreuzung mit der Verbindungsbahn zwischen dem Bahnhof Bochum-Nord und dem Bahnhof Weitmar (nicht zu verwechseln mit der etwas weiter südlich liegenden Überführung der Anschlussbahn der Zeche Dannenbaum).

Die Zeche Friederika gehörte seit 1901 zu der von Berhard Dernburg und Hugo Stinnes in Bochum gegründeten Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG (DL). Mit diesem Bezug erhielt eine kleine Verbindungsstraße zwischen der ehemaligen Wiemelhauser- und der Steinstraße (seit 1929 Querenburger Straße) die Bezeichnung „Luxemburgerstrasse“. Sie zweigte südlich der Bochumer Bleiwerke (Steinstraße 36 – 40) von der Steinstraße ab. Heute ist die Straße vollständig mit einem aus den Bleiwerken hervorgegangenen Gewerbegebiet überbaut.

Nach der Fusion mit der Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) wurden aus den Bochumer Vermögensbestandteile der DL die GBAG Gruppe Bochum gebildet. Diese Zuordnung wurde nach der 1926 erfolgten Übertragung der GBAG Vermögenswerte auf die Vereinigte Stahlwerke AG beibehalten.

Die Übertageanlagen der Zeche Friederika wurden nach der Einstellung der Kohleförderung weitgehend abgerissen. Auf dem weitläufigen Gelände errichtete die GBAG ein neues Verwaltungsgebäude für die Gruppe Bochum. Zu diesem Ensemble gehörte ein repräsentativer Vorplatz. Die Zufahrt erfolgte von der Friederikastraße.

Nach dem doppelgleisigen Ausbau der Straßenbahn in der Wiemelhauser Straße gab es in Höhe der Ausweiche Luxemburger Straße die Haltestelle „Querenburger Straße“. Sie wurde mit der Einstellung der Linie 5/15 aufgegeben und nach dem Neubau der Universitätsstraße nicht mehr ersetzt.

Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte und nur reduziert wiederaufgebaute GBAG-Verwaltungsgebäude wurde Anfang der 1970er-Jahre abgerissen. Zuletzt hatte es die im Aufbau befindliche Ruhr-Universität genutzt. An seiner Stelle entstanden mehrere moderne Verwaltungsgebäude und der „Friederika-Park“.