NACH HÖNTROP

DIESE WEBSITE BEFINDET SICH IM AUFBAU.
TEXTE UND FOTOS WERDEN FORTLAUFEND EINGESTELLT.


1898 ergriffen Bochumer Stadtverordnete eine erste Initiative, ausgehend von der Straßenbahnstrecke zur Kanonenwerkstatt des Bochumer Vereins eine Straßenbahnstrecke über Höntrop nach Steele zu bauen.

Zechen und Industriebetriebe in und um Steele versprachen damals eine prosperierende Entwicklung der Achse Bochum – Königssteele – Steele. Königssteele wurde 1919 ein Teil von Steele. Die Stadt Steele selbst wurde 1926 in die Stadt Essen eingemeindet.

Weder Siemens & Halske als Betriebsführerin, noch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG waren zum Zeitpunkt der Stadtverordneten-Initiative für das Projekt zu gewinnen.

Seit der Eröffnung der Straßenbahnstrecke von Gelsenkirchen nach Steele im Oktober 1897 betrieb die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG in Steele ein kleines Stadtnetz. Es reichte seit 1905 im Westen bis zum Bahnhof in Rellinghausen und im Osten seit 1900 bis zum Bahnhof Steele-Nord (heute S-Bahn-Haltepunkt Steele-Ost) in Königssteele.

Im Zusammenhang mit einem Neubau der Eisenbahnunterführung am Bahnhof Steele-Nord war die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG gezwungen, weitergehende Straßenunterhaltspflichten in Königssteele zu übernehmen. Damit interessierte sie sich ab 1911 auch wieder für eine Fortsetzung des Streckenastes von Steele nach Bochum.

Der Erste Weltkrieg und Zusagen, die die Westfälische Straßenbahn GmbH inzwischen vom Landkreis Gelsenkirchen bezüglich einer Straßenbahnstrecke von ihrer Endstelle in Höntrop bis Königssteele erhalten hatte, bremsten die Initiative der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG.

Nach dem Krieg kam es zu einer regelrechten Auseinandersetzung zwischen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und der Westfälischen Straßenbahn GmbH. Der Anfang 1920 gegründete Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk, der sich insbesondere auch mit dem überörtlichen Personennahverkehr befasste, mischte sich ein. Er empfahl, Projekt ausschließlich mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG weiterzuführen. Daraufhin verzichtete die Westfälische Straßenbahn im Februar 1924.

ERSTE GLEISE

Inzwischen war der Individualverkehr auf der Provinzialstraße so stark gestiegen, dass man in einer Straßenbahnstrecke zunehmend eine Verkehrsgefährdung sah. Das Projekt wurde zwar weiterverfolgt, jedoch kam am 20. August 1925 zunächst eine Autobuslinie vom Grendplatz in Steele nach Höntrop in Betrieb, die von der Essener Straßenbahn betrieben wurde.

Ungeachtet der neuen Situation verfolgte die Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG weiterhin das Straßenbahnprojekt. Beim Ausbau der Provinzialstraße wurden zwischen km 24,6 und 27,7 sowie zwischen km 33,0 und 33,6 im neben der Straße verlaufenden, sogenannten „Sommerweg“ insgesamt 3,7 Kilometer Gleis für die Verbindung Steele – Höntrop verlegt. In anderen Abschnitten der Provinzialstraße – zwischen km 27,7 und 29,6 sowie zwischen km 29,6 und 33,0 – wurde die neue Pflasterung für die Aufnahme des Straßenbahngleises bereits vorbereitet.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Eingemeindung von Königssteele nach Steele war im März 1925 die weitere Finanzierung der Strecke nicht mehr gesichert.

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG stellte das Projekt daraufhin im Januar 1926 ein. Das Projekt wurde auch später nicht mehr aufgenommen.