NACH HERNE

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Eine für die Entwicklung der Stadt Bochum besonders wichtige Nahverkehrsachse war kurz vor der Jahrhundertwende die Verbindung von Bochum nach Herne. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere die Schachtanlagen der 1849 gegründeten „Gewerkschaft des Steinkohlen- und Bleierz-Bergwerks ver. Constantin der Große“ in Riemke und somit in etwa auf halber Strecke zwischen den Zentren von Bochum und Herne.

Um für dieser wichtige Achse einen leistungsfähigen Verkehrsträger bereitzustellen, dachte die Kommunalpolitiker zunächst an eine Pferdebahn oder eine dampfgetriebene Kleinbahn. Beide Konzepte hatten eher Nachteile als Vorteile. Demgegenüber waren seit der Siemens-Innovation von 1881 bereits an vielen Stellen elektrische Straßenbahnen entstanden oder im Aufbau. Sie erschienen aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Umweltverträglichkeit als beste Lösung für einen leistungs- und ausbaufähigen öffentlichen Personennahverkehr.

So favorisierte man auch in Bochum nach teils hitzig geführten Debatten die Anlage einer elektrischen Straßenbahn.

Um nicht mit der parallel verlaufenden Eisenbahn in Konflikt zu geraten – als Konkurrenz wurde die Straßenbahn bereits angesehen, wenn sie mehr als 200 Meter neben der Eisenbahn herlief – plante man unter Beachtung der Regelungen des Kleinbahngesetz von 1892 eine ausschließlich für den Personenverkehr bestimmte Kleinbahn (Straßenbahn). Diese sollte ihren Fahrweg über bzw. am Rand bereits bestehender Straßen nehmen. Um jeglichem Gedanken bezüglich einer Konkurrenz zur Eisenbahn aus dem Weg zu gehen, wurde für das Bochumer Projekt eine Spurweite von 1000 mm festgelegt.

Nun galt es, eine geeignete Baufirma zu finden. Aufgrund der vorgelegten Referenzen, erhielt im Juni 1893 die Berliner Firma Siemens & Halske den Auftrag, die Straßenbahn von Bochum nach Herne zu bauen.

Der Auftrag war an die Auflage gebunden, die Straßenbahn auf eigene Rechnung und möglichst wirtschaftlich zu betreiben. Im Gegenzug gewährten Stadt- und Landkreis der Bahn das Monopol, bis 1930 auch alle künftigen Straßenbahnlinien in Bochum zu bauen und zu betreiben.

Am 23. November 1894 wurde die 6,88 Kilometer lange Straßenbahnstrecke von Bochum nach Herne eröffnet.