ZUM BAHNHOF

Die Strecke der Herner Linie führte von der Gaststätte „Kortländer“ in Bochum, wo die erste Ausweiche angelegt wurde, überwiegend am linken Fahrbahnrand der Landstraße auf direktem Weg bis zum Bahnhof Herne der Köln-Mindener Eisenbahn. In regelmäßigen Abständen waren ausreichend Ausweichgleise vorhanden, die in den Anfangsjahren einen 30-Minuten-Takt ermöglichten. Kurz vor der Herner Innenstadt wechselte das Gleis auf die rechte Straßenseite. Die Herner Endstelle lag unmittelbar vor dem Bahnübergang. Auch sie war mit einem Umfahrungsgleis ausgestattet.

Der Betriebshof der Straßenbahn wurde auf dem Gelände des ehemaligen Städtischen Schlachthofes an der Voedestraße errichtet. Zunächst wurde eine ehemalige Viehhalle zum Abstellen der Straßenbahnwagen angemietet. Sie bot Platz für 13 Fahrzeuge. Später wurde der Betriebshof um weitere Hallen erweitert, die über eine Schiebebühne erreicht werden konnten.

Heute befindet sich an der Stelle des Betriebshofes eine Rasenfläche, unter der sich das Schaubergwerk des auf dem Schlachthof-Geländes gebauten Deutschen Bergbaumuseums verbirgt. Die Verwaltung bezog ein nahe gelegenes Gebäude in der Herner Straße.

Die Endstelle der Linie Bochum – Herne am „Kortländer“ lag recht weit vom damaligen Bochumer Stadtzentrum entfernt.

Um diesen Zustand zu beenden und zugleich eine direkte Umsteigemöglichkeit zu der am 26. Oktober 1860 eröffneten Bergisch-Märkischen Eisenbahn zu ermöglichen, wurde die Linie recht bald vom „Kortländer“ zum Bergisch-Märkischen Bahnhof verlängert.

Die Strecke führte in linker Seitenlage zunächst über die Brückstraße und dann über die Kortum-, Hoch-, Friedrich- und Bahnhofstraße (der gesamte Straßenzug heißt heute Kortumstraße) zum Bahnhof. Am 1. März 1896 gingen die 1,18 Kilometer Streckenergänzung in Betrieb.

Am 27. Oktober 1900 erteilte das Regierungspräsidium in Arnsberg, am 8. Dezember 1900 dann auch die Königliche Eisenbahndirektion die Erlaubnis, die Endstelle von der Bahnhofstraße auf den Bahnhofsvorplatz zu verlegen. Diese Ergänzung ging 1901 in Betrieb.

Eine Ausweiche in Höhe des Wilhelmplatzes ermöglichte die Kreuzung entgegenkommender Wagen. Die Endstelle war ab der Einmündung in die Bahnhofstraße doppelgleisig angelegt worden.

Die Straßenbahnstrecke von Bochum nach Herne blieb über rund drei Jahrzehnte im Besitz von Siemens & Halske. 1930 wurde sie von der betriebsführenden Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG übernommen.

Heute folgt die U 35 auf ihrem nördlichen Ast dem ehemaligen Verlauf der Linie Bochum – Herne.