AUFBAUJAHRE

Nach dem Krieg wurde der Verkehr nach und nach analog zur letzten Vorkriegssituation aufgenommen.

Ab dem 1. März 1950 fahren die Linien 8 und 18 wieder im Gemeinschaftsverkehr nach Recklinghausen. Partner ist jetzt die am 1. Februar 1940 gegründete Vestische Straßenbahnen GmbH. Sie hatte im Oktober 1939 den ehemaligen Partner, die Straßenbahn Herne – Recklinghausen übernommen. Die Fahrzeuge auf der Linie 8 nach Hattingen und Blankenstein stellt die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, die auf der Linie 18 größtenteils die Vestische Straßenbahnen GmbH.

Zwischen 1951 und 1955 waren die Linien 8 und 18 in Herne aufgrund von Arbeiten an der Brücke über den Rhein-Herne-Kanal unterbrochen. Davon abgesehen, war die Verbindung von Recklinghausen nach Blankenstein über rund 20 Jahre mit 32,9 Kilometern die längste Straßenbahnverbindung im Ruhrgebiet.

Bis zur Einführung von Gelenkwagen wurden von der Vestischen Straßenbahnen GmbH überwiegend moderne oder modernisierte Zweiachser, bevorzugt die 1948 gelieferten Neuwagen des „Aufbautyps“ eingesetzt, ab 1955 mit passenden Beiwagen. Aufgrund des starken Gefälles zwischen Linden und Dahlhausen wurden die Beiwagen nicht nach Dahlhausen mitgeführt. Sie wurden in Linden abgekuppelt und warteten dort auf die Rückfahrt.

ABSCHIED VON BLANKENSTEIN

Ab 1957 wurden bei den Verkehrsbetrieben die Zweiachser-Züge durch moderne sechsachsige Gelenkwagen abgelöst. Sie prägten den Fahrzeugeinsatz auf der Linie 8 / 18 bis Ende der 1970er-Jahre.

Ein bedeutender Einschnitt für den Nahverkehr in Hattingen war am 30. Juni 1969 die Verkürzung der Linie 8 von Blankenstein bis zur Post in Hattingen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung verkehrten die letzten Gelenkwagen durch die Hattinger Innenstadt.

Als Ersatz für die Straßenbahn wurde die von Bochum Hauptbahnhof über die Königsallee und Stiepel nach Steinenhaus und Blankenstein verkehrende Omnibuslinie 52 bis zum zentralen Umsteigepunkt Hattingen Reschop verlängert. Die Bezeichnung „Hattingen Reschop“ wurde nun auch für die Linie 8 verwendet, obwohl ihre Endstelle am alten Platz verblieb.

Gründe für die Einstellung der Strecke nach Blankenstein waren die zunehmende Verkehrsdichte, die engen und unübersichtlichen Ortsdurchfahrten in Hattingen und Blankenstein und die Gefahren durch entgegenkommenden Verkehr auf der weiterhin eingleisigen Strecke in der Marxstraße in Welper. Der Stadt Hattingen eröffnete die Einstellung des Straßenbahnverkehrs den Umbau der Heggestraße in einem verkehrsfreie Fußgängerzone.