BOCHUM 1955

Der Gleisplan der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG vom März 1955 zeigt bereits den vollständigen Ring, aber auch die zu diesem Zeitpunkt noch zwischen dem Bahnhof Bochum-Süd und dem Gleisdreieck in der Bleich- und Brückstraße existierende „Hellwegstrecke“. Das Gleis in der Kortumstraße ist stillgelegt.

Interessant dürfte insbesondere die vierfache Gleiskreuzung im Verlauf des Südrings gewesen sein. Auf dem Südring wurden am 27. September 1954 die neuen Gleise für die Linien 5/15 und 6 in Betrieb genommen wurden, die Hellwegstrecke war jedoch weiterhin betriebsbereit.

Die Linie 6 fuhr jetzt aus Wanne-Eickel kommend zum Bahnhof Bochum-Süd und dann in einer Schleife über die Oskar-Hoffmann-Straße zur formellen Endstelle am Betriebshof. Von dort ging es über die Wiemelhauser Straße und den Südring zurück nach Wanne-Eickel.

Vermutlich wurde die neue Streckenführung alternierend in beiden Fahrtrichtungen genutzt. Der entsprechende Artikel in der „Bochumer Zeitung“ vom 22. September 1954 gibt darüber nicht Auskunft.

Die bisherige Endstelle der Linie 5/15 am Bahnhof Bochum-Nord wurde einen Tag vor der Inbetriebnahme der Strecke über den Südring, am 26. September 1954, aufgegeben. Vom 27. September 1954 an fuhr auch die „5/15“ vom Bahnhof Bochum-Süd kommend an der Baustelle des neuen Hauptbahnhofs vorbei über die Bismarckstraße (ab 1956 Ostring) zu einer neuen Endstelle am Bahnhof Bochum-Nord. Dazu wurde provisorisch der kurz hinter dem Bahnhofsgebäude liegende Gleiswechsel in der neu angelegten Rheinische Straße (ab 1956 ebenfalls Teil des Ostrings) genutzt.

Die ab September 1954 nur noch als Betriebs- und Umleitungsstrecke befahrene Hellwegstrecke wurde vermutlich ebenso wie die Verbindung über die Brückstraße im weiteren Verlauf des Jahres 1955 stillgelegt.

SCHLEIFENFAHRT FÜR DIE LINIE 2

Die mit modernen Großraumwagen und KSW-Zügen bestückte Linie 2 wurde demgegenüber weiterhin vom Bochumer Rathaus zum Bahnhof Bochum-Süd geführt. Dort gab es seit 1949 in der neuen Viktoriastraße eine großzügige, dreigleisige Endstellenanlage. Sie war zum Bochumer Katholikentag angelegt worden.

Die Rückfahrt nach Gelsenkirchen führte durch eine Wendeschleife, die ausgehend von der Bahnhof-/Kortumstraße über die Kirchstraße (seit 1979 Kerkwege) angelegt worden war. Bis zum 7. Mai 1967 war diese Schleife noch in Betrieb.