BOCHUM 1955

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten für die Ost-West-Strasse und für die Nord-Süd-Strasse begann in Bochum der jener Aufschwung, der rückblickend gerne als die „Goldenen Fünfzigerjahre“ bezeichnet wird.

Im Innenstadtgebiet entstanden zahlreiche neue Geschäftshäuser. Statussymbole des Wiederaufbaus waren das Stadtwerke-Hochhaus, das Stadtbad. Die neuen Häuserzeilen an der Massenberg- und Bleichstraße sowie im Verlauf der Hans-Böckler-Straße repräsentierten das moderne Bochum.

Der Verkehr in der Stadt „pulsierte“. Das belegen Eindrucksvoll das Titel- und Abschlussbild dieses Kapitels. Beide Aufnahmen wurden im Sommer 1953 von Fotografen der Stadt aufgenommen (Stadt Bochum, Pressestelle).

DER ERSTE NACHKRIEGS-GLEISPLAN

Von der Technischen Abteilung der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG wurde im März 1955 der erste zusammenhängende Nachkriegs-Gleisplan gezeichnet. Die Art der Darstellung des Streckennetzes wird bis heute weitergeführt – inzwischen digital und etwas mehr im Detail.

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Im Vorgriff auf den bis Ende 1955 erwarteten Abschluss der Bauarbeiten zeigt der Plan bereits den vollständigen Ring. Ebenso enthalten sind die zu diesem Zeitpunkt noch zwischen dem Bahnhof Bochum-Süd und dem Gleisdreieck in der Bleich- und Brückstraße existierende „Hellwegstrecke“.

Betrieblich interessant war die Gleiskreuzung im Verlauf des neuen „Rottrings“ (ab 1955 Südring). Die neue Verbindung zwischen der Rottstraße und dem künftigen Bochumer Hauptbahnhof wurde am 27. September 1954 in Betrieb genommen und fortan von den Linien 5/15 und 6 genutzt.

Die langjährige Endstelle der Linie 5/15, die Ausweiche in der Rheinischen Straße, wurde im Frühsommer 1955 aufgegeben An ihre Stelle trat die neu angelegte Wendeschleife „Bahnhof Bochum-Nord“ über die Jahnstraße (ab 1979 „Weilenbrink“), die Scharnhorst- und die Arndtstraße.

In diesem Punkt ist der Gleisplan vom März 1955 ungenau. Die Wendeschleife am Bahnhof Bochum-Nord ist noch nicht eingezeichnet.

Die Hellwegstrecke – vom Bahnhof Bochum-Süd über die im Juli 1955 in „Brüderstraße“ umbenannte Bahnhofstraße und den Hellweg zur Bongardstraße – wurde im 1955 noch immer von der Linie 2 genutzt, auf der die Großraumwagen vom Sommer 1955 an auch mit passenden Beiwagen verkehrten.

Die Hellwegstrecke konnte man erst mit der Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes am 2. Juni 1957 entbehren. Von diesem Stichtag an fuhr die „2“ in beiden Fahrtrichtungen direkt vom Rathaus zum neuen Bochumer Hauptbahnhof. Ihre neue Endstelle war die Wendeschleife am Bahnhof Bochum-Nord.

Die Linie 6 fuhr im März 1955 aus Wanne-Eickel kommend zum Bahnhof Bochum-Süd und dann in einer Schleife über die Oskar-Hoffmann-Straße zur Endstelle am Betriebshof. Von dort ging es über die Wiemelhauser Straße und den Rottring zurück nach Wanne-Eickel.

Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, wurde der Personenverkehr auf der nördlichen Hellwegstelle in der Bleichstraße und in der Rheinischen Straße am 26. September 1954 eingestellt. Die Gleise wurden im Zusammenhang mit der Neuanlage des Ostrings entfernt.

Dies erläuternd, erwähnt der Geschäftsbericht der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG für das Jahr 1954, dass neben dem „Abschluss“ der Gleis- und Fahrleitungsanlagen vor dem neuen Hauptbahnhof auch der Umbau des Schwanenmarktes und der Kanalstraße nunmehr in Angriff genommen worden sei.