BOCHUM PRÄSIDENT

Der Verlauf der Straßenbahnstrecke zwischen Bochum und Wanne-Eickel blieb bis heute weitgehend unverändert. Die Linie 6 ist zudem die einzige Linie im Netz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, die ihre Liniennummer immer beibehalten hat.

Über die Jahrzehnte wurde immer wieder in die Strecke investiert. Stück um Stück wurde der Fahrweg der Linie 6 ausgebaut und modernisiert.

Der zweigleisige Ausbau der Dorstener Straße in Hamme war eine erste, wichtige Zäsur. Er wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg zwischen dem „Kortländer“ und dem Zentrum von Hamme abgeschlossen.

EIN NEUER BAHNHOF

Ein großes Hindernis blieb der niveaugleiche Bahnübergang in Höhe des Bahnhofs Bochum-Präsident.

Um die mit erheblichen Wartezeiten und Verspätungen verbundene Kreuzung von Bahn und Straße zu entschärfen, wurde der Bahnhof Bochum-Präsident im Verlauf der1920er-Jahre grundlegend umgebaut.

Für den Bahnhofs-Neubau mussten die Bahntrasse höher und die Dorstener Straße tiefer gelegt werden. Die Straßenbahn wurde für die Dauer der Arbeiten zwischen 1922 und 1926 umgeleitet. Die provisorische Trasse verlief vom Bahnhof Präsident recht steil ansteigend über die Querstraße (heute Signalstraße) zu der dort bereits bestehenden Überführung. Nach einer scharfen Rechtskurve überquerte die Straßenbahn die Bahnstrecke und gelangte dann über die Straße „Unter den Linden“ (später Redemptoristenstraße, heute Präsidentstraße) wieder auf die Dorstener Straße zurück.

Im Verlauf des Jahres 1925 wurden das neue Bahnhofsgebäude „Bochum-Präsident“ und der ebenfalls neu angelegte Bahnhofsvorplatz fertiggestellt. Die Straßenbahn kehrte auf die Dorstener Straße zurück. Die Eisenbahn wird seither mit der heute noch vorhandenen, für damalige Verhältnisse großzügig bemessenen, aber zugleich auch recht niedrigen Brücke über die Dorstener Straße geführt.

AUSBAU IN HAMME UND EICKEL

Die Fortsetzung des zweigleisigen Ausbaus der Straßenbahnstrecke über Hamme hinaus erfolgte nach historischen Fotos zunächst bis zur Kreuzung mit der auf Initiative des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk (SVR) angelegten Verbandsstraße OW IV a, dem sogenannten „Ruhrschnellweg“. Von dort verlief die Strecke weiterhin in stadtauswärts rechter, östlicher Seitenlage zur Schachtanlage Hannibal.

In Eickel war man – wie bereits beschrieben – den zweigleisigen Ausbau der Kaiser- und späteren Hauptstraße bereits früh angegangen. Mitte der 1920er-Jahre wurde die Hauptstraße im Bereich des heutigen Sportparks begradigt und ausgebaut. Die Straßenbahn erhielt in diesem Zusammenhang mehr Raum in der Straßenmitte.

Das Beitragsbild zeigt die Zeche Präsident um die Jahrhundertwende (Sammlung Stadt Bochum, Pressestelle).