IN CASTROP

Am Ende der Bergstrasse wechselte das Gleis auf die nördliche, aus Richtung Gerthe linke Straßenseite des Castroper Hellwegs. Dort verblieb es bis zur Grenze nach Castrop.

Auf Castroper Gebiet lief das Gleis zunächst über die Bochumer Straße. In Höhe der Zeche Erin mündete es in die Widumerstrasse (heute Widumer Straße).

Über die Widumer Straße wurde die Endstelle in Höhe der Einmündung der Wittener Straße erreicht. Auf diesem letzten Teilstück lag das Gleis auf der südlichen, stadteinwärts rechten Straßenseite.

Ausweichen gab es kurz hinter der Einmündung der Bergstraße, hinter der Siedlung Cöppencastrop – „Am Kreuz“ – und in der Bochumer Straße vor der Zeche Erin. Die Ausweiche „Am Kreuz“ war in der Nachkriegszeit insbesondere bei Straßenbahnfreunden beliebt. Von hier aus „erklimmten“ die Straßenbahnzüge den sogenannten „Eselsberg“ zwischen Gerthe und dem Emschertal.

In der Anfangszeit der Straßenbahn wurde der Streckenast zwischen der Bergstraße und Castrop nicht fotografiert. Deshalb enthält der nachfolgende Slider überwiegend jüngere Fotos. Allerdings hat sich der Charakter der Strecke von der Eröffnung bis zur Einstellung wenig geändert. Für Straßenbahnfreude war sie deshalb ein „Sehnsuchtsort“.

  • Die Haltestelle Schürbankstraße - Zahlgrenze 16 - ist der Ausgangspunkt für die Fahrt nach Castrop.
    Foto Wolfgang R. Reimann

WEITERFÜHRUNG ZUR EMSCHERTALBAHN

Im Zusammenhang mit den umfangreichen Sanierungsarbeiten der Strecken der ehemaligen Märkischen Straßen bahn in der Zeit vom 3. November 1913 bis zum 28. Januar 1914 wurden die Strecken der Westfälischen Straßenbahn in Castrop miteinander verbunden. Für die Strecke aus Witten entstand eine Verbindung über die Wittener Straße zur Münsterstraße. Hier wurde die Strecke aus Gerthe angebunden.

Über die Münsterstraße wurde die neue Endstelle vor dem Bahnübergang der Emschertalbahn erreicht. Wir sehen sie auf der als Beitragsbild gezeigten Postkarte aus den 1920er-Jahren (Verlag Gebrüder Moonen, Essen – Sammlung Ludwig Schönefeld). Unmittelbar vor der Endstelle erfolgte die Anbindung der Straßenbahn Herne – Sodingen – Castrop über ein Gleisdreieck.

Die Endstelle war zum Umsetzen der Triebwagen im Beiwagenbetrieb doppelgleisig ausgeführt. Ausserdem konnten Beiwagen oder Arbeitsfahrzeuge auf einem Gleisstumpf vorübergehend abgestellt werden, ohne den Planbetrieb zu beeinträchtigen. Als betriebliche Besonderheit gab es an der Einfahrt auf der Bochumer Seite eine symmetrische Weiche.

Das Bild von Klaus-Bernd Lange (Sammlung Bernhard Terjung) entstand 1952 unmittelbar vor der Emschertalbahn. Obwohl die Endstelle einen Bewiwagenbetrieb ermöglichte, waren in der Regel Solowagen auf der Linie 7 im Einsatz.

In der nachfolgenden Skizze habe ich die Strecke der ehemaligen Bochum-Castroper Straßenbahn grün angelegt. Die Strecke der ehemaligen Märkischen Straßenbahn sehen wir als ockerfarbene Linie. In Magenta wird das Gleis der Straßenbahn Herne – Sodingen Castrop dargestellt, in violett die Strecke der Elektrischen Straßenbahnen des Landkreises Dortmund. Die blaue Linie ist das von der Westfälischen Straßenbahn gebaute Verbindungsgleis mit dem Gleisdreieck und der Endstelle an der Emschertalbahn. Auch dieses Luftbild wurde in den 1920er-Jahren aufgenommen (© RVR – 1925-1930 – dl-de/by-2-0).

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