ÜBER DEN RING

Die Bochumer Innenstadt war im Zweiten Weltkrieg großflächig zerstört worden. Das eröffnete der Stadt die Möglichkeit, Straßen und Verkehrsverbindungen neu anzulegen.

Im August 1954 wurde damit begonnen, eine zweigleisige Ringstrecke um die Innenstadt zu bauen. Sie begann auf der Wielandstraße zwischen der Brückstraße und der Kanalstraße. Über die Kanalstraße, die später in Nordring umbenannt wurde erreichte die Ringstrecke den Schwanenmarkt, wo die Strecken nach Gerthe angeschlossen wurde.

Vom Schwanenmarkt verlief die Strecke doppelgleisig über die Rheinische Straße, die später ebenfalls im Nordring aufging, zum Bahnhof Bochum-Nord und vor dort über die Bismarckstraße, den späteren Ostring, zum Bochumer Hauptbahnhof.

Mit der Eröffnung der Ringstrecke konnten die zum Teil noch aus der Vorkriegszeit stammenden Streckenführungen vom Bahnhof Bochum-Süd über die Kortum- und Brüderstraße, über den Hellweg sowie über die Graben-, Brück- und Bleichstraße aufgegeben werden. In einigen dieser Innenstadtstraßen konnte dadurch Parkraum am Straßenrand für den gestiegenen Individualverkehr geschaffen werden.

Anfang der 1980er-Jahre wurde die Ringstrecke aufgegeben: Zunächst zwischen der Kreuzung Brückstraße / Hans-Böckler-Straße und Schwanenmarkt. Mit der am 28. November 1981 erfolgten Anbindung der Strecke nach Gerthe an den unterirdischen Stadtbahn-Vorlaufbetrieb entfiel dann auch das Teilstück zwischen dem Bochumer Hauptbahnhof und dem Schwanenmarkt. Gleichzeitig wurde die Straßenbahnstrecke in der Castroper Straße zwischen dem Schwanenmarkt und der Rampe Ruhrstadion stillgelegt.

Das letzte Teilstück des ehemaligen Rings wurde am 28. Mai 1983 durch die Stillegung der Verbindung vom Bochumer Rathaus über die Viktoriastraße und den Südring zur Universitätsstraße aufgegeben. Hier fuhren zuletzt die von Herne (305) und von Wanne-Eickel (306) kommenden Linien. Sie wurden ab dem 29. Mai 1983 über eine neue Gleisverbindung in die Bongardstraße eingefädelt.

An der Hauptpost wurde von der Wittener Straße zur Universitätsstraße eine Querspange über die Ferdinandstraße geschaffen. Von der Hauptpost fuhren die 305 und 306, am Wochenende auch die 302 fortan über diese Neubaustrecke zur Universitätsstraße. Dort endeten die Linien 306 und 302 in einer neu angelegten stumpfen Endstelle, während die 305 über die Universitätsstraße ihre Fahrt zur Endstelle Hustadt fortsetzte.