UNTER BOGESTRA-REGIE

Die Straßenbahnstrecke von Bochum nach Herne blieb über rund drei Jahrzehnte im Besitz von Siemens & Halske. Erst 1930 wurde sie von der betriebsführenden Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG übernommen.

Die Fahrgäste merkten das nicht. Für sie war die Verbindung von Bochum nach Herne eine ganz normale Straßenbahnstrecke im Netz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG.

Bei der Einführung von Liniennummern im Jahr 1907 erhielt die Linie die Nummer 2. Die Nummer 1 hatte man für die Städteverbindung von Bochum nach Wattenscheid genutzt, damit alle folgenden Ziffern in Bochum und Gelsenkirchen separat vergeben werden konnten. Diese Praxis wurde erst 1938 mit der Integration der Westfälischen Straßenbahnen AG in die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG vollständig aufgegeben.

LAUFSTEG

Auf der Linie nach Herne wurden in den Anfangsjahren der Bochumer Straßenbahn immer die modernsten und leistungsfähigsten Fahrzeuge eingesetzt: Ab 1900 die eleganten Weyer-Triebwagen und ab 1912 die modernen Wagen der Waggonfabrik Uerdingen, nach deren Baumuster das Unternehmen bis 1928 über 130 Fahrzeuge bestellen würde.

Das Beitragsbild zeigt einen dieser Triebwagen. Es ist der 1913 von der Waggonfabrik Uerdingen gebaute Triebwagen 208. Er befindet sich auf der Fahrt von Bochum-Süd nach Herne an der „Drehscheibe“, zwischen der damaligen Hochstraße und der Kortumstraße (Postkarte von P. Caspar, Bochum – Sammlung Ludwig Schönefeld).

GEMEINSCHAFTSVERKEHR

Abgesehen von einer kurzen Episode im Fahrplanjahr 1912/13, als die Linie 2 über Bochum-Süd bis Hattingen geführt wurde, blieb die Relation Bochum-Süd – Herne Bahnhof die Stammstrecke.

Das änderte sich 1927 mit der Einführung eines umfangreichen Gemeinschaftsverkehrs. Er ist im Abschnitt „NACH HATTINGEN / NETZÜBERGREIFEND“ ausführlich beschrieben.