MODERNE ZEITEN

Entspannt hat sich die Verkehrssituation in der Bochumer Innenstadt erst, nachdem durch die enormen Kriegsschäden beim Wiederaufbau eine breite Schneise für die neue Bongardstraße durch die ehemals eng bebaute Innenstadt gelegt werden konnte – mit doppelgleisigem Bahnkörper.

Die Bochumer Endstelle in Höntrop befand sich bis in die frühen 1960er-Jahre für den Fahrgastverkehr auf dem Wattenscheider Hellweg. Das ehemalige Gleis der Westfälischen Straßenbahn in der Westenfelder Straße wurde als betrieblicher Warteplatz genutzt. 1963 entstand an seiner Stelle eine moderne Haltestellen- und Endstellenanlage mit guten Umsteigemöglichkeiten zum Omnibusverkehr.

1967 folgte auf Wattenscheider Gebiet der Ausbau des Hellwegs zu einer vierspurigen Straße mit eigenem Bahnkörper. Das restliche Stück, zwischen dem Abzweig Engelsburger Straße über die Essener Straße zur ehemaligen Stadtgrenze nach Wattenscheid folgte in mehreren Teilabschnitten und unter Inkaufnahme komplizierter, provisorischer Umleitungsstrecken zwischen 1977 und 1983.

Der großzügige Ausbau beruhte noch auf den Planungen zur Stadtbahn Rhein-Ruhr aus den 1970er-Jahren. Sie sahen vor, die Verbindung von Bochum nach Gelsenkirchen unter Nutzung freigehaltener Flächen im Zuge der Westenfelder Straße über Höntrop nach Wattenscheid zu führen. Intelligente Lösungen, etwa Vorrangschaltungen für die Straßenbahn auf der bisherigen Trasse über Wattenscheid, haben diese Planung obsolet gemacht.

Die Verbindung von Bochum nach Höntrop ist heute als Linie 305 / 310 in Betrieb. Auf der Brache der 1961 stillgelegten Zeche Engelsburg wurde am 1. August 2005 der neue Zentralbetriebshof Engelsburg der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn eröffnet.

Um auch aus Gelsenkirchen einen guten Zugang zu ermöglichen wurden die Gleisanlagen im Bereich der Haltestellenanlage Wattenscheider Straße entsprechend angepasst.

Eine Straßenbahnverbindung von Bochum nach Essen wurde nicht realisiert Über eine Umsteigeverbindung ist Essen-Steele heute von Bochum mit dem Bus erreichbar.