STRECKENAUSBAU

In Bochum wurde die Strecke 1910/11 über die ursprüngliche Endstelle am Bochumer Rathaus zum Bahnhof verlängert. Möglich war das, nachdem man sich mit der Bochum-Castroper Straßenbahn geeinigt hatte, die Gleise in der Bochumer Innenstadt gemeinsam zu nutzen.

Im Oktober 1900 stellte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG beim Königlichen Regierungspräsident in Arnsberg einen ersten Antrag, Teile der Alleestraße doppelgleisig auszubauen. An der Strecke lagen die Produktionsanlagen und Siedlungen des Bochumer Vereins. Mittelfristig wurde ein hohes Verkehrsaufkommen erwartet. Der Antrag hatte keinen Erfolg.

1910/11 verhandelte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG mit der Stadt darüber, die Stadtstraßen weiterhin unentgeldlich nutzen zu können. Die entsprechende Konzession war 1895/96 nur für 15 Jahre gewährt worden. Jetzt war der doppelgleisige Ausbau der Alleestraße Teil des Verhandlungspaketes, das der Verkehrsbetrieb der Stadt als Gegenleistung für die Straßennutzung offerierte.

Der Erste Weltkrieg verzögerte den Ausbau noch einmal. Erst Anfang der 1920er-Jahre begann der Streckenausbau in der Alleestraße. Der Bahnübergang am Gußstahl-Bahnhof und mit ihm die eingleisige Streckenführung zwischen der Ausweiche am Rathaus und der Kreuzung mit der Königstraße (heute Annastraße) wurde erst nach der Höherlegung der Bahntrasse in den Jahren 1935 bis 1938 beseitigt.

Heute ist der Streckenast von Bochum nach Gelsenkirchen ein Teil der Straßenbahnlinie 302. In Goldhamme wurde die Strecke Ende der 1920er-Jahre aus der Straße „An der Maarbrücke“ herausgenommen und in die neu angelegte Wattenscheider Straße verlegt. Dabei wurde auch die enge Unterführung unter der Krupp-Werkbahn beseitigt.

Ein weiterer Ausbau folgte im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Autobahnkreuzes. Aus Richtung Gelsenkirchen nutzt die Linie 302 gemeinsam mit den übrigen, auf der Allestraße verkehrenden Linien ab der Haltestelle Jacob-Meyer-Straße seit dem 1. Januar 2006 den Bochumer Innenstadttunnel.