NACH STIEPEL

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Als letzte Straßenbahnstrecke der ersten Dekade nahm die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn am 9. Juli 1905 die Straßenbahnverbindung von Bochum über Wiemelhausen zur Zeche Carl-Friedrich in Bochum-Weitmar in Betrieb.

Die Strecke begann am Nordbahnhof in der Rheinischen Straße. Von dort führte das Gleis über die Bleich-, Rosen- und Bongardstraße zum Hellweg. Der Hellweg mündete in Höhe der heutigen Kreuzung mit dem Südring in die Bahnhofstraße (heute Brüderstraße). Über sie wurde der Bahnhof Bochum erreicht. Vom Bahnhof ging es ein kurzes Stück über die Hattinger Straße. Nach rund 300 Metern folgte der Abzweig in die Clemensstraße zur Ottostraße (heute Oskar-Hoffmann-Straße). Über die Wiemelhauser Straße (heute Universitätsstraße) und die anschließende Bruchstraße erreichte die Strecke die Brenscheder Straße. In der Verlängerung der Brenscheder Straße wurde über die Markstraße die Endstelle an der Zeche Carl-Friedrich in der Kemnader Straße erreicht.

Auf dem Rückweg nutzte die Straßenbahn in der Bochumer Innenstadt eine direkte Gleisverbindung über die „untere“ Wiemelhauser Straße und den Südhellweg zum Hellweg, um dann über ein kurzes Stück auf der Bongardstraße über die Rosen- und Bleichstraße zur Endstelle am Nordbahnhof zurückzukehren. Um Betriebsstörungen in der engen Bochumer Innenstadt zu vermeiden wurde später noch ein Betriebsgleis zwischen der Wiemelhauser Straße und der Bahnhofstraße über die damalige Brüderstraße verlegt.

Bei der Einführung von Liniennummern im Jahr 1907 erhielt die neue Verbindung die Nummer 3.

GROSSE VERZÖGERUNG

In der Gemeinde Stiepel, die bis zum 1. Januar 1929 als selbständiges Amt zum Landreis Hattingen gehörte, wurden 1911 erste Initiativen für Straßenbahnverbindungen zur Henrichshütte in Welper und zur Zeche Carl-Friedrich in Weitmar. Sowohl die Hütte als auch das Bergwerk waren wichtige Arbeitgeber.

Der Erste Weltkrieg, Inflation und Ruhrbesetzung verzögerten das Projekt über etliche Jahre. Erst 1926 konnte durch die Hattinger Kreisbahn mit dem Bau der Strecken nach Stiepel und Weitmar begonnen werden.

Am 6. Dezember 1926 waren erste Probefahrten möglich, am 18. Dezember 1926 konnte die Hattinger Kreisbahn 7,54 Kilometer zusätzlicher Strecke von Welper nach Stiepel als Linie II in Betrieb nehmen. Am Gemeindehaus in Stiepel teilte sich die Strecke in einen Zweig zur Zeche Carl-Friedrich und einen Zweig nach „Frische“.

Friedrich Frische war der Gastronom, der das Lokal „Zur schönen Aussicht“ auf der Anhöhe zwischen Bochum und dem Ruhrtal betrieb. Im Volksmund wurde der Platz schlicht „Frische“ genannt. Die Straßenbahn übernahm über die gesamte Betriebsdauer der Strecke diese Bezeichnung.