WIEMELHAUSER STRASSE

Die sogenannte „Hellwegstrecke“ war vom Abzweig Friedrichstraße / Bahnhofstraße bis zu einer Weiche in der Rosenstraße doppelgleisig ausgebaut. Sie konnte damit von der Linie 3 in beiden Richtungen genutzt werden. Auch die Trasse in der Bahnhofs- und Hattingerstraße sowie der Abzweig in die Clemensstraße wurden schon sehr früh ertüchtigt und doppelgleisig ausgebaut.

In der Clemens- und Ottostraße jedoch blieb die Strecke bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg eingleisig. Für Verspätungen sorgte auf diesem Streckenstück die niveaugleiche Anschlussbahn der Zeche Friederika / Dannenbaum. Dies insbesondere dann, wenn wegen kreuzender Züge ein entgegenkommender Straßenbahnzug in der Clemensstraße oder in der Wiemelhauserstrasse (heute Wiemelhauser Straße) warten musste.

Vor diesem Hintergrund wurde nach einer Lösung gesucht, mit der das Risiko einer Verspätung zumindest eingeschränkt werden konnte.

So entstand Anfang der 1920er-Jahre zwischen Wiemelhausen und der Innenstadt eine zweite eingleisige Trasse über die Wiemelhauser Straße und den Südhellweg zum Neumarkt. Diese wies in Höhe der Kreuzung mit der Hermannshöhe und der Ferdinandstraße ein Ausweichgleis auf. Sie konnte damit prinzipiell in beiden Fahrtrichtungen genutzt werden.

An dieser Stelle entstand das hier als Beitragsbild verwendete Postkartenmotiv (Sammlung Dirk Ernesti).

Ab wann die Strecke in der Wiemelhauser Straße tatsächlich befahren wurde, bedarf weiterer Recherchen. Auf einer Postkarte aus dem Jahr 1923 ist sie bereits zu sehen, und auch im Innenstadtplan des „Verkehrsbuches“ vom August 1924 ist Linienweg für die Fahrt von Stiepel zur Innenstadt bereits eingetragen.

Die Netzanbindung am Neumarkt ermöglichte sowohl eine Fortsetzung der Fahrt zum Bahnhof Bochum-Nord, als auch ein Abbiegen in die Bahnhofstraße zum Bahnhof Bochum-Süd. Für die Fahrplanperiode 1924/25 wird im Verkehrsbuch der Neumarkt als Endstelle der Linie 3 angegeben.