WIEMELHAUSER STRASSE

Mit Inkrafttreten des Winterfahrplans am 15. Dezember 1912 wurde die Linie 3 mit der Linie 6 zu einer durchgehenden Linie von der Zeche Karl-Friedrich über Bochum nach Wanne verbunden.

Der Richtungsverkehr über die „Stadtstrecke“ nach Wiemelhausen und in Gegenrichtung über die Friedrich-, Hoch- und Kortumstraße nach Wanne, die zweigleisg ausgebaute Trasse in der Bahnhofs- und Hattingerstraße sowie der doppelgleisige Abzweig in die Clemensstraße ermöglichten in der Innenstadt einen zügigen Straßenbahnverkehr.

In der Weiterfürung der Clemensstraße und in der Ottostraße jedoch blieb die Wiemelhauser Strecke bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg eingleisig. Seit der Eröffnung sorgte die niveaugleiche Anschlussbahn der Zeche Friederika / Dannenbaum auf diesem Streckenstück für Behinderungen und Verspätungen.

Vor diesem Hintergrund wurde nach Lösungen gesucht, mit der die Fahrplanrisiken zumindest eingeschränkt werden konnten.

BRÜCKENBAU

Die Gelegenheit dazu ergab sich, nachdem 1912 im Zuge der Wiemelhauser Straße eine neue Straßenunterführung zur Kreuzung der Staatsbahn fertiggestellt worden war. Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG nutzte die neue Situation zum Bau einer zweiten Straßenbahntrasse von der Wiemelhauser Straße und den Südhellweg zum Neumarkt.

Die neue Strecke, die vom Fahrplanwechsel am 21. Dezember 1913 an planmäßig von der Linie 3 befahren wurde, wies in Höhe der Kreuzung mit der Hermannshöhe und der Ferdinandstraße ein Ausweichgleis auf.

In Höhe dieser Ausweiche entstand das hier als Beitragsbild verwendete Postkartenmotiv aus der Sammlung von Dirk Ernesti. Die neue Eisenbahnbrücke ist im Hintergrund gut zu erkennen.

KURSWAGEN NACH WANNE

Zeitgleich mit der Entlastungsstrecke in Wiemelhausen wurde eine neue Innenstadtspange von der Rosenstraße über die Untere Marktstraße und die Brückstraße zum „Kortländer“ fertiggestellt, die sogenannte „Altstadtstrecke“. Sie machte es möglich, ergänzend zur Linie 3 auch die Linie 6 wieder einzuführen.

Vom 21. Dezember 1913 an fuhr die Linie 3 von der Zeche Carl Friedrich über die Wiemelhauser Straße und die Altstadtstrecke nach Wanne.

Die neue Linie 6 begann an der Ausweiche Wasserstraße in Wiemelhausen. Sie fuhr über die Otto- und die Clemensstraße zum Bahnhof Bochum-Süd und von dort über die Friedrich-, Hoch- und Kortumstraße zum „Kortländer“. Vom „Kortländer“ nach Wanne fuhr sie im Parallelverkehr mit der Linie 3.