ENDE UND AUSBAU

Zwischen Gerthe und Castrop sowie zwischen Kirchharpen und Lütgendortmund hatten die Straßenbahnstrecken über die gesamte Zeit ihres Bestehens Überlandcharakter. Sie verliefen in Seitenlage der Landstraßen – und behinderten damit aus Sicht der Kommunalpolitik Ende der 1960er-Jahre zunehmend den wachsenden Individualverkehr.

Angesichts der tatsächlichen Verkehrsdichte erscheint dieses Argument rückblickend als schwach. Mit gutem Willen und durch den Ankauf landwirtschaftlich genutzter Flächen hätte man die Straßenbahnstrecken nach Castrop und Lütgendortmund gut auf einen eigenen Bahnkörper legen können.

So aber wurde der Streckenast der Linie 7 von Gerthe nach Castrop am 8. Mai 1967 zwischen der Münsterstraße in Castrop und Gerthe durch die Omnibuslinie 67 ersetzt.

Der verbliebene Streckenast von Bochum nach Gerthe wurde mit der von Wanne-Eickel nach Bochum führenden Strecke zu einer neuen Linie 6 verbunden.

RÜCKZUG AUCH AUS LÜTGENDORTMUND

Die Linie 17 wurde 1955 durch den Verkauf der Konzession an die Dortmunder Stadtwerke zwischen dem Bahnhof und dem Markt in Lütgendortmund eingestellt.

Das verbliebene Teilstück erhielt ab dem 8. Mai 1967 eine neue Linienbezeichnung. Die „16“ benutzte fortan in Bochum vom Schwanenmarkt kommend den Ring zum Wenden: Dabei fuhr sie vom Schwanenmarkt über Nordring, Wieland-, Hans-Böckler- und Viktoriastraße, Südring, Hauptbahnhof und Ostring zurück in Richtung Lütgendortmund.

Am 30. Mai 1969 wurde auch der Straßenbahnverkehr zwischen Kirchharpen nach Lütgendortmund eingestellt. Die Linie 16 wurde jetzt mit der Strecke von Bochum nach Eppendorf (ehemalige Linie 20) zu einer neuen Linie 16 Eppendorf – Kirchharpen verbunden.

Trotz des sehr guten Ausbauzustandes der Strecke wurde auch diese neue „16“ wenig später, am 17. November 1973, eingestellt.

Gleisreste der Strecke liegen bis heute im Harpener Hellweg. Sie beflügeln aktuell politische Initiativen, den Streckenast als moderne Stadtbahnstrecke wiederzubeleben.

AUSBAU ZUR STADTBAHN

Auf der Relation von Bochum nach Gerthe ist die Straßenbahn als moderne Stadtbahnlinie bis heute in Betrieb.

Am 30. April 1980 wurde der Schleifenverkehr über die Lothringer- und Schürbankstraße in Gerthe zugunsten einer neuen, modernen Endstelle im Castroper Hellweg aufgegeben.

Mit der Inbetriebnahme der Tunnelstrecke zwischen Bochum Hauptbahnhof und der Rampe Ruhrstadion am 28. November 1981 wird die Strecke nunmehr mit der Strecke von Bochum Hauptbahnhof über Linden nach Hattingen und Bochum-Dahlhausen als Linie 308 / 318 betrieben.

Eine letzte Großinvestition war 1984 der Ausbau des Castroper Hellwegs zwischen der Dietrich-Benking-Straße und der Heinrichstraße in Gerthe. Die Straßenbahn erhielt jetzt auch auf diesem Teilstück eine nach Stadtbahnstandards angelegte neue Trasse.