LINIEN A UND B

Die Straßenbahnverbindungen von Bochum nach Gerthe und Harpen waren von Anfang an recht rentabel. So entschied sich die Gemeinde Castrop, in die Gesellschaft einzutreten. Ziel war es, die Linie über Gerthe hinaus nach Castrop weiterzuführen.

Nach der Aufnahme des neuen Gesellschafters führte das Unternehmen die Bezeichnung Bochum-Castroper Straßenbahn GmbH.

Am 20. Dezember 1909 wurde die 5,9 Kilometer lange Verbindung von Gerthe nach Castrop in Betrieb genommen.

Das neue Streckenstück hatte den Charakter einer Überlandstraßenbahn. Es folgte der Landstraße auf der nördlichen Straßenseite und verblieb auch in Castrop stadteinwärts auf der linken Seite. Am Übergang von der Widumer- zur Münsterstraße schwenkte es auf die rechte, südliche Seite bis zur Endstelle an der Emschertalbahn.

STADTSTRECKE UND WEITERFÜHRUNG NACH LÜTGENDORTMUND

Mit dem Bau der sogenannten „Stadtstrecke“ konnte 1910 der Anschluß vom Schwanenmarkt zum Bahnhof Bochum-Süd hergestellt werden.

Der Harpener Streckenast wurde zwischen dem 1. und 15. Mai 1911 über die neue Kreisstraße bis zur Bauernschaft Dellwig Holte und vom 12. September 1911 bis zum 20. Januar 1912 von dort bis nach Lütgendortmund verlängert.

Am 20. Januar 1912 ging die 3,5 Kilometer lange Gesamtstrecke von Harpen zum Amtshaus in Lütgendortmund in Betrieb.

Auch dieser Streckenast verlief von Harpen bis Lütgendortmund auf der nördlichen Straßenseite bis zum Amtshaus Lütgendortmund.

BUCHSTABEN STATT ZAHLEN

In den Anfangsjahren gab es für die beiden Linien der Kleinbahn Bochum – Gerthe – Harpen und später für die Bochum-Castroper Straßenbahn keine Linenbezeichnung. Die Fahrtstrecke war am Dach der Triebwagen angeschrieben.

Das änderte sich 1912 mit dem Übergang von der Bochum-Castroper Straßenbahn zur Westfälischen Straßenbahn GmbH. Nachdem die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG bereits für alle Linien Ziffern eingeführt hatte, bezeichnete die „Westfälische“ ihre Linien mit Buchstaben.

Ab dem 15. Mai 1912 trug die Linie nach Castrop die Linienbezeichnung A. Die nach Lütgendortmund fahrenden Straßenbahnen erhielten die Linienbezeichnung B.

Das Beitragsbild zeigt Triebwagen 25 (Uerdingen 1913) als Linie A in der Widumerstrasse in Castrop (Verlag Cramers Kunstanstalt Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld). Im Hintergrund sind die Gebäude der Zeche Erin zu sehen.