KRISEN- UND NACHKRIEGSJAHRE

1928 konnte die Westfälischen Straßenbahn nicht nur ihre Stammstrecke ausbauen und ertüchtigen. In Gerthe entstand zusätzlich eine eingleisige Schleife mit Ausweiche im Verlauf der heutigen Hans-Sachs-Straße – als Wende- und Warteplatz für die EInlegewagen des 10-Minuten-Taktes zwischen Bochum-Süd und Gerthe.

Mit der Wirtschaftskrise geriet die aus der Bochum-Castroper Straßenbahn hervorgegangene Westfälische Straßenbahn in erhebliche Schwierigkeiten. Sie führten dazu, dass 1931 die Linie nach Castrop mit der Linie Bochum-Süd – Weitmar -Dahlhausen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn als neue Linie A verknüpft wurde.

Die Strecke nach Lütgendortmund wurde mit der Linie von Bochum zur Zeche Karl-Friedrich als neue Linie B gemeinsam mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn betrieben. Am 2. Januar 1936 wurde der Gemeinschaftsverkehr auf der Linie B aufgegeben.

Die Linie A blieb bis zur Übernahme der Westfälischen Straßenbahn durch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn zum Jahreswechsel 1937/38 in Betrieb. Ab dem 1. Januar 1938 erhielt sie die Liniennummer 7. Zeitgleich mutierte die Linie B zur Linie 17.

NACHKRIEGSJAHRE

Nach dem Krieg wurden die Linien 7 und 17 zunächst unverändert wieder in Betrieb genommen. Im März 1950 wurde die Linie 7 in Bochum geteilt. Nach Gerthe fuhr jetzt die 7, nach Dahlhausen die 18.

Zwischen Gerthe und Castrop sowie zwischen Kirchharpen und Lütgendortmund hatten die Straßenbahnstrecken über die gesamte Zeit ihres Bestehens Überlandcharakter. Sie verliefen in Seitenlage der Landstraßen – und behinderten damit zunehmend den wachsenden Individualverkehr. Angesichts der tatsächlichen Verkehrsdichte erscheint dieses Argument rückblickend als schwach. Mit gutem Willen und durch den Ankauf von landwirtschaftlich genutzten Flächen hätte man die Straßenbahn auch auf einen eigenen Bahnkörper legen können.

So aber wurde der Streckenast der Linie 7 von Gerthe nach Castrop am 8. Mai 1967 zwischen der Münsterstraße in Castrop und Gerthe durch die Omnibuslinie 67 ersetzt. Der Streckenast von Bochum nach Gerthe wurde mit der von Wanne-Eickel nach Bochum führenden Strecke zur neuen Linie 6 verbunden.

Die Linie 17 wurde 1955 durch den Verkauf der Verbindung zum Bahnhof Lütgendortmund bis zum Markt in Lütgendortmund zurückgezogen. Am 8. Mai 1967 erhielt sie die Nummer 16 und benutzte fortan in Bochum vom Schwanenmarkt kommend den Ring zum Wenden: Dabei fuhr sie vom Schwanenmarkt über Nordring, Wieland-, Hans-Böckler- und Viktoriastraße, Südring, Hauptbahnhof und Ostring zurück in Richtung Lütgendortmund.

Am 30. Mai 1969 wurde auch die Verbindung von Kirchharpen nach Lütgendortmund eingestellt. Das verbliebene Teilstück vom Abzweig Harpen nach Kirchharpen wurde mit der Strecke von Bochum nach Eppendorf zu einer neuen Linie 16 Eppendorf – Kirchharpen verbunden. Trotz des sehr guten Ausbauzustandes der Strecke wurde auch sie wenig später, am 17. November 1973, eingestellt. Gleisreste der Strecke sind bis heute Gleisreste erhalten. Sie beflügeln aktuell politische Initiativen, den Streckenast als moderne Stadtbahnstrecke wiederzubeleben.

Auf der Relation von Bochum nach Gerthe ist die Verbindung bis heute in Betrieb. Am 30. April 1980 wurde der Schleifenverkehr über die Lothringer- und Schürbankstraße in Gerthe zugunsten einer neuen Endstelle im Castroper Hellweg aufgegeben. Mit der Inbetriebnahme der Tunnelstrecke zwischen Bochum Hauptbahnhof und der Rampe Ruhrstadion am 28. November 1981 wird die Strecke nunmehr mit der Strecke von Bochum Hauptbahnhof über Linden nach Hattingen und Bochum-Dahlhausen als Linie 308 / 318 betrieben.