AUSBAU IN EICKEL UND HAMME

Parallel zum Umbau des Bahnhofs Präsident wurde der zweigleisige Ausbau in Richtung Hamme vorangetrieben. Der Stadtteil verlor dadurch seinen gründerzeitlichen Charme. Auch viele der prächtigen Bäume mussten dem Ausbau der Dorstener Straße weichen. Von der einstigen Pracht zeugen heute nur noch vereinzelt vorhandene, schmale Vorgärten.

Einen ersten Abschluss fand der zweigleisige Ausbau der Straßenbahnstrecke nach historischen Fotos an der Kreuzung mit der auf Initiative des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk (SVR) angelegten Verbandsstraße OW IV a, dem späteren „Ruhrschnellweg“.

Hier entstand Anfang der 1950er-Jahre das Beitragsbild: In zügiger Fahrt überfährt ein aus Wanne-Eickel kommender KSW-Zug die Kreuzung mit der Verbandsstraße (Sammlung Lohoff – Sammlung Stadt Bochum, Pressestelle). Im Hintergrund sind die Hochbauten der Schachtanlage Carolinenglück zu erkennen, von der das Schachtgerüst und einige wenige Gebäude bis heute erhalten sind.

STRECKENBEGRADIGUNG IN EICKEL

Von der viel befahrenen Kreuzung verlief die Strecke zunächst unverändert in stadtauswärts rechter, östlicher Seitenlage bis zur Schachtanlage Hannibal I/III und von dort über die heutige Riemker Straße nach Eickel.

In Eickel hatte man – wie beschrieben – den zweigleisigen Ausbau der Kaiser- und späteren Hauptstraße bereits vor dem Ersten Weltkrieg vorangetrieben. Mitte der 1920er-Jahre wurde die Hauptstraße auch im Bereich des heutigen Sportparks begradigt und ausgebaut. Die Straßenbahn erhielt in diesem Zusammenhang mehr Raum in der Straßenmitte.

MODERN BIS ZUR POSTSTRASSE

Anfang der 1930er-Jahre wurde der zweigleisige Ausbau zwischen der Kreuzung mit dem „Ruhrschnellweg“ und der Einmündung der Poststraße fortgesetzt. Der eingleisige Bahnkörper wurde hier durch eine modern ausgebaute, doppelgleisige Neubaustrecke ersetzt. Sie verlief weiterhin getrennt vom Individualverkehr auf einer eigenen Trasse.

Auch im Umfeld der Straßenbahnlinie gab es rege Bautätigkeit: Rund um die heutige Dinnendahlstraße (bis 1947 Hindenburgallee) entstanden ein neues Wohngebiet sowie die 1929 von Wilhelm Tiefenbach aus Castrop-Rauxel entworfene evangelisch-lutherische Epiphaniaskirche.

UMSCHLAGPLÄTZE FÜR BAUMATERIAL

Etwa zeitgleich richtete die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG auf einem Grundstück an der Freudenbergstraße ein neues Bau- und Materiallager ein. Es war als Ersatz für den zuletzt als Baulager genutzten Betriebshof Voedestraße gedacht.

WOHNUMFELDVERBESSERUNG

In den 1980er-Jahren versuchte man, dem Stadtteil Hamme einen Teil des ursprünglichen Flairs zurückzugeben: Im Rahmen der sogenannten „Wohnumfeldverbesserung“ wurden im Zusammenhang mit dem Bau des DB-Haltepunktes Bochum-Hamme Verkehrsflächen reduziert und neue Bäume an der Dorstener Straße gesetzt. Vor allem aber wurden die Wohnstraßen beruhigt und intensiv begrünt.

  • Die Brücke am DB-Haltepunkt Bochum-Hamme im Jahr 1980.
    Foto Peter Rauwerda