VON „OELMANN“
ZUM BAHNHOF

Im weiteren Verlauf der Hauptstraße passierte die Straßenbahn das Bismarckdenkmal in Höhe der Gaststätte Oelmann. Die dort liegende Haltestelle erhielt später die Bezeichnung „Gesundheitsamt“, wurde aber im Volksmund weiterhin „Oelmann“ genannt.

Die vorläufige Endstelle der Bochumer Strecke lag in Höhe des Hotels „Kaiserhof“ in Wanne-Süd und damit unmittelbar vor den Gleisen der ehemaligen Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft am Bahnhof Wanne.

Die niveaugleiche Straßenkreuzung mit den sehr umfangreichen Anlagen des Bahnhofs Wanne verhinderte die Weiterführung der Straßenbahn zu den Empfangsgebäuden auf der Nordseite des Bahnhofs. Fahrgäste, die zum Bahnhof oder nach Wanne-Nord wollten, mussten die Gleise zu Fuß überqueren.

Die oben abgebildete Postkarte aus dem Verlag Ottmar Zieher, München (Sammlung Ludwig Schönefeld), zeigt die Endstelle am Kaiserhof kurz nach der Jahrhundertwende mit einem Siemens-Straßenbahnwagen aus der Erstausstattung in der Kaiserstraße. Der vordere, zur Eisenbahn führende Straßenzug wurde damals als Bahnhofstraße bezeichnet.

Auf dem Streckenstück zwischen der Gaststäte Oelmann und der Endstelle am Bahnhof entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch weitere, für Wanne-Eickel wichtige Gebäude und öffentliche Einrichtungen: so die evangelische Zwölf-Apostel-Kirche in Wanne-Süd, die Wanner Filiale der Reichsbank, die im November 1912 dem Heiligen St. Joseph geweihte „Löwenkirche“ und die im Juli 1925 eingeweihte Stadthalle. Bereits zwei Jahre vor der Straßenbahn hatte man im August 1894 das Sol- und Thermalbad Wilhelmsquelle eröffnet.

Bis auf die am 17. Januar 1942 nach einem Konzert abgebrannte Stadthalle sind alle genannten Gebäude noch vorhanden, zum Teil jedoch in neuer oder umgenutzter Form.

NEUE BRÜCKEN

Mit dem Bau des neuen Großbahnhofes Wanne in den Jahren 1907 bis 1913 wurden die Eisenbahntrassen hochgelegt. Zeitgleich entstanden zwei neue Eisenbahnbrücken im Zuge der Hauptstraße.

Nach der Fertigstellung des Bahnhofs wurde die Straßenbahnlinie aus Bochum gemeinsam mit der aus Gelsenkirchen kommenden Linie 3 über die Hauptstraße und die Amtmann-Winter-Straße wird zu einer neuen Endstelle auf dem Bahnhofsvorplatz geführt. Diese teilten sich die Linien 3 und 6 mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG mit der Linie 1 der Vestischen Kleinbahnen GmbH.

Um für die nunmehr drei Streckenäste des Netzes – nach Herne, zur Landkreisgrenze bei Zeche Centrum und nach Wanne – ausreichend elektrische Energie bereitzustellen, wurde im Betriebshof Voedestraße eine zusätzliche Dampfmaschine installiert.